In der Projektstartphase werden Projekte mit Abstand am stärksten geformt. Selten werden die Gestaltungsmöglichkeit wirklich genutzt. Um Projekte optimal zu starten, sollte bei Projektbeginn schlicht alles – auch das Nichts! – zugelassen werden. Dann folgt die radikale Hinterfragung aller gesammelten Punkte. Konstruktiv-kritische Fragen zum Inhalt und der Abgrenzung sind eine zwingende Anforderung an zeitgemässes Projektmanagement. Der Projektleiter darf dieser Aufgabe ungeachtet möglicher unangenehmer Diskussionen in gar keinem Fall aus dem Wege gehen. Einige mögliche Fragen sind:
- Welche Funktionen sollen in Betracht gezogen werden?
- Sind benachbarte Systeme zu berücksichtigen?
- Kann das Projekt auf einzelne Teilaspekte des Problems reduziert werden?
- Welche (organisatorischen) Bereiche sind betroffen?
- Liesse sich das Resultat auf andere Benutzer übertragen – kann die Lösung/das System auch anderweitig verwendet werden?
- Ist das Projekt überhaupt notwendig bzw. sinnvoll? Ist die Null-Lösung eine diskutierbare Alternative?
Mit der Methode der Maske 23, welche diesen Prozess leitet, können Projekte frühzeitig auf die Unternehmensziele und die echten Bedürfnisse des Auftraggebers abgestimmt und damit optimal gestartet werden.
Dieser Fachtipp zu Projektmanagement wurde von Heinz Scheuring verfasst. Mehr Fachwissen von ihm gibt es am PM Training Forum vom 6. Oktober in Zürich in der Trainingseinheit „Projekte professionell starten“. In der Trainingseinheit wird aufgezeigt, wie Projekte mit der richtigen Haltung und griffigen Methoden so gestartet werden, dass ein maximaler Beitrag an die Unternehmensziele resultiert.
Heinz Scheuring ist Consultant und Trainer im Bereich Projektmanagement sowie Autor des Fachbuches „Der www-Schlüssel zum Projektmanagement“. Scheuring ist Mitglied des Vorstands der spm swiss project management association, verantwortlich für die Verbreitung von Projektmanagement an Schulen.
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